Review: Yaiba – Ninja Gaiden Z

18. April 2014
Review: Yaiba – Ninja Gaiden Z

Das Zombie-Spaß-Comic Spin-Off zur Ninja Gaiden Reihe kam nicht bei allen gut an. Das Kampfsystem sei zu flach geworden, andere meinen, es sei zu frustrierend. Warum ich dennoch viel Spaß mit Yaiba hatte, erfahrt ihr in der folgenden Review.

Mit Yaiba bewegt sich das Ninja Gaiden Franchise in ganz neuen Gefilden. Durch Comic-Grafik, Humor und Zombies, ja ZOMBIES, gehört es eher in die Reihen von Lollipop Chainsaw und Co. Spin-Offs im Untoten-Genre werden, auf geradezu ansteckende Weise, immer beliebter, wirken auf der anderen Seite aber mehr als ausgelutscht. Ob die Infektion mit dem Zombie-Virus in diesem Fall gut getan hat, oder doch eher ein Schuss ins Gehirn war, versuche ich im Folgenden zu entschlüsseln.
Meine Vorgeschichte mit Ninja Gaiden lässt sich sehr schnell beschreiben: bisher habe ich ausschließlich Ninja Gaiden Sigma auf der Playstation 3 gespielt. Da dieser jedoch nicht selten als bester Teil der Reihe genannt wird, sollte das für einen Vergleich ausreichen. Wurde der Nachfolger noch sehr gut aufgenommen, hatte der dritte und bisher letzte Teil der Hauptreihe mit schlechten Kritiken zu kämpfen.
Die 3D Ableger der Reihe lassen sich in das Character Action, oder wie viele es nennen Hack’n’Slash Genre einordnen, vergleichbar mit Devil May Cry, God of War, Bayonetta und im letzten Jahr Metal Gear Rising. Schon jene genannten Spiele sind in ihrer Umsetzung, ihrem Fokus und Schwierigkeitsgrad sehr unterschiedlich. Die einen legen mehr Wert auf Luftkampf, andere finden eher am Boden statt, meistens geht es um die Kontrolle über größere Gegnergruppen, manchmal aber auch nur um eine handvoll knallharter Gegner. Ninja Gaiden unterscheidet sich hier stark von den genannten Spielen. Die Kämpfe konzentrieren sich auf wenige, aber starke Gegner, die größtenteils am Boden bekämpft werden. Ausweichen ist möglich, Blocken ist essentiell. Wehrt man gegnerische Schläge nicht ab, liegt man schneller am Boden als man Katana sagen kann. Überhaupt ist Ninja Gaiden vor allem für seinen Schwierigkeitsgrad bekannt.
All das ändert sich mit Yaiba. Wobei, einige sehr schwierige Stellen werdet ihr auch hier finden. Schwer und vor allem frustrierend! Die relativ langen Ladezeiten machen das nicht gerade besser und auch die Checkpoints könnten etwas nachsichtiger verteilt sein. Oftmals bekommt ihr in einem Kampfgebiet gleich mehrere Gegnerwellen entgegen geworfen. Anfangs ist das noch sehr harmlos: erst ein paar schwache Zombies an denen ihr euch austoben und mit denen ihr Lebenskraft sammeln könnt, danach ein schwerer Gegner, dann vielleicht zwei schwere Gegner. Später sieht das dann anders aus. Zwei schwere Gegner, plus mehrere normale Zombies, dann drei schwere Gegner und weitere Zombies. Versagt ihr bei der zweiten Welle, geht es wieder ganz von vorne los. Das ist besonders dann ärgerlich, wenn ihr euch bei der ersten Welle besonders gut angestellt habt. Schließlich ist ein guter “Style” ein großer Anteil dieser Spiele, besonders bei Yaiba. Der Kampf gegen die einfachen Zombies ist wie gesagt kein großes Problem, aber eine wundervolle Möglichkeit, neue Fähigkeiten auszuprobieren und die Energieleiste zu füllen. Wie inzwischen bei jedem Spiel dieses Genres könnt ihr nämlich per Druck auf die beiden Sticks eine Art Super-Modus aktivieren, der für einige Sekunden anhält. Das wird gerade dann spannend, wenn mehrere starke Gegner über das Kampffeld verteilt sind und ihr gut überlegen müsst, für welchen ihr euren Super-Modus (ganz ehrlich, mir fällt der Name gerade nicht ein) verwendet, bevor er nachlässt.
Dieses Glück werdet ihr aber nicht immer haben, da starke Gegner und schwierige Kampfarenen quasi an der Tagesordnung stehen. Zwischen den Kampfarenen gibt es kurze Rätseleinlagen – meist müsst ihr einen bestimmten Zombies einsammeln und ihn irgendwo gegen werfen – und Klettersequenzen, die aber nichts weiter als Quick Time Events sind. Die Kämpfe sind ohne Zweifel der eigentliche Fokus.
Ihr werdet also die meiste Zeit dem Problem gegenüber stehen, große Zombie-Massen zu kontrollieren, während 1-2 starke Monster aus der Ferne angreifen oder direkt Jagd auf euch machen. Erledigt man die kleinen Zombies mit einem Special Kill, durch Drücken der L2 Taste im richtigen Moment, wird Yaibas Lebenskraft wieder aufgeladen. Tötet man starke Gegner auf diese Art, bekommt man Teile von ihnen als Zweitwaffe. Besonders gut haben mir die Kämpfe gegen Clown-Zombies gefallen. Die können zwar sauschwer sind, fühlen sich aber am ehesten wie ebenbürtige Nahkampfgegner an. Tötet man sie mit einem Special Kill, bekommt man Clown-Nunchakus, die in bunten Farben umherwirbeln. Leider behält Yaiba diese Waffen immer nur für eine kurze Zeit, weswegen es auch sehr unbefriedigend ist, die Fähigkeiten dieser Waffen aufzuleveln. Ach ja, es gibt übrigens ein Level-System. Leider ist der Skill-Tree insgesamt nicht sehr befriedigend und die allgemeinen Attribute werden nur durch Kacheln verbessert, die man in Geheimverstecken findet. Ein Rollenspiel-System heiße ich immer willkommen, besser sein könnte es trotzdem. Leider hat man hier Potential verschenkt, das auch den Wiederspielwert erhöht hätte. Der Skill-Tree lässt sich nämlich relativ schnell füllen so, dass man zum Ende des Spiels alle Felder abgedeckt haben sollte.
Das ganze Drumherum ist Geschmackssache. Die Story besteht im Wesentlichen daraus, dass Yaiba seinen Widersacher und früheren Protagonisten Ryu Hayabusa jagt. Der Fokus liegt eher auf Absurdität und Humor. Manchmal zünden die Witze, manchmal eher weniger. Yaiba erinnert sehr an Rex Power Colt aus FarCry Blood Dragon. Auf eine unsympatische Art sehr sympatisch.
Der Grafikstil gefällt mir zwar, doch leider nutzen die Umgebungen diesen nur selten aus. Oft bewegt man sich durch dunkle Hallen, die mit irgendwelchen chemischen Flüssigkeiten gefüllt sind und auch draußen ist man eher nachts unterwegs. Einen grün-leuchtenden Wald wie im Intro Video (in dem Yaiba von Ryu zerstückelt wird) vermisst man im eigentlichen Spiel. Nervig ist auch, dass die Farbe langsam abnimmt, je mehr Yaiba verletzt wird. Als wolle es dem Spieler noch einmal zusätzlich frustrieren.

Eine ausführlichere Besprechung zu Yaiba, bekommt ihr in diesem Trash Talk.


Fazit: Yaiba Ninja Gaiden Z ist weder besonders gut, noch besonders schlecht. Als Spin-Off der beliebten Ninja-Reihe hat es einerseits ein schweres Erbe zu tragen, war andererseits nach dem weniger beliebten dritten Teil ein Hoffnungsschimmer. Für mich kommt es genau zur rechten Zeit, da man als Fan des Genres zur Zeit eher auf dem Trockenen sitzt. Trotz vieler Frustmomente und einem schlecht durchdachten Upgrade-System, macht das pure Kämpfen gegen die absurden Gegnerhorden sehr viel Spaß. Schade nur, dass man nicht klar zwischen reinem Spaßprügler und knackigem Schwierigkeitsgrad entscheiden wollte. Beides zusammen ergibt eine Mischung, bei der Frustration geradezu vorprogrammiert ist, wenn man z.Bzum zehnten Mal mit ansieht, wie der “lustige” Clown aus dem Gulli klettert… -70%

von Tony M

Rubriken: Blog, Review

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