Review: I am Bread (PS4)

1. Oktober 2015
Review: I am Bread (PS4)

Das selbsterkennende Toastbrot hat es auch auf die PS4 geschafft und klettert mit Controller statt Tastatur von seinem Urpsrung zum heiß erwarteten Ziel: dem Toaster. Ob das Brot auch auf der Konsole eine knusprige Figur oder nichts als kalte, ungetoastete Luft hinterlässt…ach egal, los geht’s.

I am Bread wirkt auf den ersten Blick wie ein Spiel das nur für einen Zweck entwickelt wurde – ein paar kurze Lacher und ein paar Käufe von begeisterten Surgeon Simulator Fans. So war zumindest mein erster Eindruck, als I am Bread damals in den Steam Neuerscheinungen auftauchte.
Betritt man dann erstmals die virtuelle Küche – den Einstiegslevel in I am Bread – erkennt man schnell, dass doch mehr dahinter steckt, als auf den ersten Blick erwartet.
Als Toastscheibe löst ihr euch von eurem Ursprungsbrot und stellt euch der Aufgabe, gut gebuttert und gut geschmiert den Toaster zu erreichen. Von der Erreichung dieses Ziels halten euch zwei große Gegenspieler ab: Dreck, der in jeder Ecke lauert und die Steuerung.
Euer Brot zu kontrollieren macht tatsächlich den schwierigsten Teil des Spiels aus und ist so gesehen auch das eigentliche Gameplay und damit letztendlich der Spaß an I am Bread. Ähnlich wie in Surgeon Simulator – daher der Vergleich – machen es euch die Entwickler extra schwer, euren Spielcharakter zu lenken. Jeder der vier Ecken eures Brotes ist eine einzelne Taste zugeordnet. Mit Ihnen bewegt ihr euch vorwärts. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, die Ecken dort zu fixieren, wo sie momentan den Untergrund berühren. Ein Ausdauer-Meter macht es euch zusätzlich schwierig und hindert euch daran, zu lange an senkrechten Wänden zu klettern.
Die Steuerung kann zuweilen frustrieren, macht dafür aber auch besonders viel Spaß, habt ihr erstmal den Dreh raus. Hofft aber nicht, dass ihr I am Bread allzu schnell perfektioniert. Ihr werdet wohl eher erleben, dass es manchmal klappt und manchmal eben nicht. Spätestens wenn ihr das erste Mal in der kleinen Toasteröffnung landen müsst, werdet ihr das Spiel,den Controller, eure Hände und die ganze Welt verfluchen.
Der zweite große Feind: Dreck. Auf dem Weg zum Toaster, oder später anderen Wärmequellen, darf euer Brot nicht zu schmutzig werden. Eine weitere Anzeige zeigt euch, wie viel euer Toast noch ertragen kann. Die einfachste Regel ist: Der Boden ist Lava. Naja nicht Lava, aber wohl seit Jahren nicht geputzt. Einen cleveren Weg über den teuflischen Abgrund zu finden, ist eine der spaßigsten Herausforderungen in I am Bread. Je weiter ihr vorwärts schreitet, desto schwieriger wird das natürlich auch. Weitere Fallen, wie das gemeine Katzenklo direkt unter dem Toaster, verdrecken euch sogar noch schneller.
Abgesehen von diesem grundlegenden Gameplay, ist I am Bread voll mit Extras und noch abgedrehteren Levels. So könnt ihr auf Wunsch beispielsweise die Schwerkraft abschalten und per Antrieb mit eurem Brot durch die Lüfte segeln. Einen Storymode gibt es auch, der blendet jedoch nur Texte zwischen den Levels ein. Hier hätte man sich wirklich etwas mehr einfallen lassen können.
Fazit: Für das was es ist, ist I am Bread überraschend gut. Der Wechsel aus Frustration und Erfolgserlebnissen passt, macht es aber schwierig, das Spiel für längere Zeit am Stück zu spielen. Das macht nichts, denn I am Bread macht sich gut in kurzen Sitzungen und kann hier und da etwas Abwechslung in euren Spielalltag bringen. Etwas frustrierend kann die Kamera werden, aber nicht so, dass sie euren Spielspaß maßgeblich einschränken würde. Wer Lust auf eine kleine Herausforderung hat, sich die Hände ein verknoten will und keine Lust darauf hat, Menschen zu opieren, ist bei I am Bread gut aufgehoben. Macht euch aber auch darauf gefasst, dass sich das Konzept sehr schnell wieder abnutzt. – 75%

von Tony M

Rubriken: Blog, Review

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