Review: Dementium Remastered (3DS)

20. Februar 2016
Review: Dementium Remastered (3DS)

Dementium Remastered ist eine geupdatete Version von Dementium: The Ward, welches ursprünglich auf dem Nintendo DS erschien und dort vor allem für ein Handheld Horrorspiel mit voll realisierten 3D Umgebungen, Ego-Perspektive und einigen Silent Hill Anleihen beeindrucken konnte. Hier erfahrt ihr, wie sich das erste Dementium gehalten hat und wie stark die Remastered Version dazu beiträgt.

Die Verbesserungen in Dementium Remastered, gegenüber der ursprünglichen Version, Dementium: The Ward, das erstmals 2007 in den USA und zwei Jahre später bei uns in Deutschland erschien, sind eher überschaubar. Das macht aber nichts, denn sie geben einem sowieso schon beeindruckenden Spiel einen erfrischenden neuen Anstrich, erweitern es um das – für den 3DS übliche – 3D Feature und verbessern vor allem die Steuerung.
“Beeindruckend” nenne ich Dementium: The Ward vor allem deswegen, weil Spiele in der Ego-Perspektive, mit einer voll realisierten 3D Umgebung, keinesfalls üblich für den alten DS sind und schon gar nicht solche, die sich darauf auch noch gut spielen lassen. Man braucht wahrscheinlich nicht einmal eine ganze Hand, um jeden Ego-“Shooter” auf dem Nintendo DS zählen zu können.Gerade Renegade Kid – so heißt der Entwickler der Dementium Spiele – sind dafür bekannt, genau dieses Erlebnis auf das kleine Handheld zu bringen und schafften dies bereits mit dem Spiel “Moon” und dem dazugehörigen, episodischen Remake “Moon Chronicles”, das es bis heute leider nie in die europäischen eshops geschafft hat.
Dementium Remastered hat es zum Glück geschafft und ergänzt die sehr kleine Bibliothek an Horrorspielen auf dem Nintendo 3DS.Dementium Remastered ist nicht unbedingt eine Augenweide, trotz schärferer Texturen und 3D Feature. Haltet ihr keine Taschenlampe in der Hand, könnt ihr gerade mal 1 Meter vor euch sehen, was natürlich beabsichtigt ist, und die Umgebung – übrigens ein Krankenhaus – könnte ruhig etwas Abwechslung vertragen. Der schmutzige Look des Spiels und die fehlende Weitsicht tragen jedoch zur Atmosphäre des Spiels bei und sind nur schwer als Kritikpunkt zu sehen. Was tatsächlich hilft, ist die verbesserte Steuerung mit dem 3DS Schiebepad, welches ihr benutzt um euch vorwärts zu bewegen, während die Tasten A,B,X,Y für die Kamera genutzt werden. Die größte Schwäche ist hier leider das Design des 3DS, denn ein Kamera-Stick auf der rechten Seite hätte wahre Wunder bewirkt. Alternativ könnt ihr auch mit Stylus und Touchscreen die Kamera bedienen, was schnell anstrengend werden kann. Das Wechseln der Waffe erfolgt über das Steuerkreuz, das direkt unter dem Schiebepad platziert ist, was gerade in brenzligen Situationen dazu führt, dass ihr unnötig Schaden einstecken müsst, da ihr nicht gleichzeitig die Waffe wechseln und Weglaufen könnt.
Nun könntet ihr natürlich die ganze Zeit mit einer Pistole oder einem Stahlrohr bewaffnet umherlaufen, doch werdet ihr, aufgrund der fehlenden Weitsicht, lieber so oft wie möglich die Taschenlampe halten wollen. Ähnlich wie bei Doom 3 müsst ihr nämlich jederzeit zwischen Waffe und Taschenlampe entscheiden. Beides zusammen geht nicht.
Ihr werdet also ständig durch die Gänge streifen, stets eure Taschenlampe im Anschlag halten, da euch die fehlende Weitsicht sonst wirklich in den Wahnsinn führen wird – nicht auf die positive Weise – und immer wieder werden Gegner auf euch zugewackelt kommen, euch ein paar mal verletzten und erst dann habt ihr die richtige Waffe in der Hand, um euch zu verteidigen. Kann zu Nervenkitzel führen, kann aber auch einfach nur nerven.
Das Zielen mit Fernkampfwaffen funktioniert dafür aber überraschend gut. Hier könnt ihr, alternativ zu den A,B,X,Y Buttons auch den Touchscreen des 3DS benutzen.

So viel zu den Neuerungen. Im Anschluss eine Review zum Spiel selbst, das mit dem ursprünglichen Dementium: The Ward identisch ist.
Atmosphärisch ist Dementium ein starkes Horrorspiel. Während ihr durch die (fast) verlassenen Gänge des Krankenhauses wandert, regnet und gewittert es vor den Fenstern, ihr durchstreift Leichenhallen, Babystationen und lest herumliegende Botschaften. Manchmal verlasst ihr das Gebäude, um auf dem Dach oder dem Innenhof umherzustreifen. Leider fehlt es den Umgebungen ein wenig an Abwechslung und die Umgebungen selbst sorgen leider selten für Gänsehaut oder Grusel.
Horror wird allein durch die Monster verursacht, doch die fühlen sich eher lästig an und ihr seid nicht wegen ihres gruseligen Antlitz besorgt sein, sondern allein wegen eurer Lebensanzeige. Zum Glück (oder auch nicht) sammelt ihr ständig Munition und Heilitems ein. Diese werden sofort benutzt, also nicht eurem Inventar hinzugefügt, was leider die Chance auf ein richtiges Survival Horror Gefühl vergebens macht.
Zum Glück gibt es feste Speicherpunkte und ihr werdet womöglich das ein oder andere Mal ins Schwitzen kommen, wenn ihr befürchtet müsst, nicht rechtzeitig den nächsten Speicherpunkt zu finden, während ihr nur noch einen oder zwei Treffer vom Tod entfernt seid.

Fazit: Dementium Remastered und Dementium: The Ward sind sehr schwer zu bewerten. Nicht nur auf dem Handheld, sondern auch in der modernen Spielewelt, gehören sie zu einer seltenen Art – Horrorspiele die mehr sind als nur Herumlaufen und Verstecken. Sie kommen am ehesten dem alten Ideal von Survival Horror Spielen nahe, begehen dabei aber viele kleine Fehler, durch die sie höchstens ins unterste Mittelmaß abrutschen.
Es fühlt sich falsch an, ihnen einen Bonus als Handheld-Horrorspiele zu geben, aber es lässt sich nicht abstreiten, dass diese Art ein Horrorspiel zu spielen, am besten natürlich mit Kopfhörern in den Ohren und dem Bildschirm nah am Gesicht, ein einzigartiges Gefühl mit sich bringt, das allein schon eine Empfehlung wert sein sollte.
Die Remastered Version von Dementium bringt jedenfalls nur wenige Veränderungen mit sich, trägt aber womöglich dazu bei, das alte Franchise einer neueren Generation von Spielern näher zu bringen. Dementium ist zwar weit davon entfernt perfekt zu sein, sollte aber dennoch von jedem Horrorspiel-Fan mal erlebt werden. – 70%

von Tony M

Rubriken: Blog, Review

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