Review: JUSTICE CHRONICLES (3DS)

19. April 2016
Review: JUSTICE CHRONICLES (3DS)

Justice Chronicles ist ein neues JRPG auf dem 3DS, das sich stark an den Genre-Klassikern auf dem SNES orientiert und versucht, den Spieler mit seiner Geschichte und langen Dialogen in den Bann zu ziehen. Ob ihm das gelingt und ob es der alten JRPG-Formel noch etwas hinzufügen kann, erfahrt ihr im folgenden Testbericht.

Justice Chronicles orientiert sich an den Klassikern aus der 16bit Ära und erinnert mit seinem Kampfsystem wohl am ehesten an die Dragon Quest Reihe. Als archetypischer Held Kline bereist ihr zwei verschiedene Welten, über und unter der Erdoberfläche, begegnet verschiedenen Charakteren, geratet in Hinterhalte, schließt Pakte mit Dämonen und vieles mehr.
Die Geschichte von Justice Chronicles kommt zwar etwas generisch daher, bietet aber durchaus interessante Ansätze. Gestört wird das leider durch eher mittelmäßige bis schlechte Dialoge und das nicht zu knapp. Ständig wird das Spielgeschehen und lange Textboxen an- und aufgehalten. Immerhin sind die Charaktere interessant genug, um das Interesse aufrecht zu erhalten.

Leider hat auch jenes Spielgeschehen nicht allzu viel zu bieten und trägt schon gar nichts neues zur uralten JRPG Formel bei. Die ersten Kämpfe könnt ihr getrost automatisch und mit zweifacher Geschwindigkeit ablaufen lassen, nach einem Sprung im Schwierigkeitsgrad müsst ihr dann aber schon etwas mehr Acht auf eure Kämpfer geben.

An sich macht das Kampfsystem von Justice Chronicles nicht viel falsch, ist aber nicht abwechslungsreich genug, um euch während der vielen Zufallskämpfe und langweiligen Dungeons bei Laune zu halten. Die sind nämlich nichts weiter als einfallslose, verwinkelte Labyrinthe in langweiligen Landschaften und Höhlen.
Herumliegende Objekte, z.B. Truhen, werden euch direkt auf der Karte angezeigt, wodurch euch langes Suchen zum Glück erspart bleibt, aber auch jeglichen Entdeckersinn killt. Rätsel hätten hier wirklich einen unschätzbaren Dienst geleistet, um euer Abenteuer etwas aufzupeppen.
Auch die Städte sind nicht interessanter gestaltet, sehen immer gleich aus, mit immer gleichen umherlaufenden NPCs. Schade, denn interessante und ikonische Städte sind für mich der Grundpfeiler eines Abenteuer-RPGs.
Bei all der Kritik sei aber gesagt, dass Justice Chronicles immer noch ein durchschnittliches und kompetentes JRPG geworden ist, das weit davon entfernt ist, miserabel zu sein. Klassische RPGs waren im eshop bisher eher eine Seltenheit und sind nun eine willkommene Abwechslung. So auch Justice Chronicles. Es trifft den 16bit Look sehr gut und bleibt ihm die ganze Zeit über treu. Die Musik ist ebenfalls gut gelungen, wird in den Dungeons allerdings etwas repetetiv.
Fazit: Justice Chronicles ist genau das, was man auf den ersten Blick schon erwartet: Ein Japano RPG im klassischen Look, dem leider das gewisse Etwas fehlt und das besser in kleinen Portionen genossen werden sollte. Abhängig davon, ob ihr mit der Geschichte und den Charakteren etwas anfangen könnt, werdet ihr euch mit Justice Chronicles wohl fühlen oder eben nicht. Als reines RPG reicht es jedenfalls nicht aus, um sich gegen Genre-Konkurrenten zu behaupten. – 50%

*sämtliche Bilder stammen von Kemcos Justice Chronicles Website, zu finden unter www.kemco.jp/sp/games/hc/en/index.html

von Tony M

Rubriken: Blog, Review

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