Review: SURVIVAL GAME (OT: Mafiya: Igra na vyzhivanie)

16. Mai 2016
Review: SURVIVAL GAME (OT: Mafiya: Igra na vyzhivanie)

In der Zukunft spielen Kandidaten in der erfolgreichsten Fernsehshow des Landes um ihr Leben. Survival Game stellt das klassische Spiel “Mafia” (auch: “Werwolf”) dar, in dem sich Spieler gegenseitig misstrauen und zum Tode verurteilen müssen. Mit starken visuellen Effekten und einer interessanten Idee will Survival Game den Zuschauer fesseln. Ob das auch ausreicht, erfahrt ihr im folgenden Testbericht.

Die hier getestete Bluray wurde als Pressematerial von Capelight Pictures bereitgestellt.Mafia heißt das Gesellschaftsspiel, in dem Spieler in Zivilisten und Mafiosi eingeteilt werden. Jede Runde gilt es, die Mafiosi zu enttarnen und zum Tode zu verurteilen. Bei Nacht tritt dann die Mafia auf den Plan und tötet nach und nach die Zivilisten. So sind die Regeln des 1986 in Russland erfundenen Spiels, das hierzulande besser als Werwolf oder Mord in Palermo bekannt ist.
Der Film Survival Game hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, Mafia als spannenden Sci-Fi Krimi auf den Bildschirm zu bringen und ihn mit dystopischen Elementen von Hunger Games und ähnlichen Filmen anzureichern.

Das Fernsehstudio der Zukunft.  Zwei der Kandidaten gehören zu “Mafia”

Optisch macht Survival Game einiges her. Der Film besticht durch starke Farben, die mit dunklen Hintergründen verbunden werden und so beispielsweise an die Bildgewalt eines Tron: Legacy erinnern. Die wenigen Außenaufnahmen, wie auch das Filmstudio sind visuell interessant gestaltet. Wird ein Kandidat von seinen Mit-/Gegenspielern zum Tode verurteilt, taucht er in eine große leuchtende Kugel ein und erlebt seinen Tod in Virtual Reality. Hier wechselt der Film zwischen fantastischen Settings und gewöhnlicheren Umgebungen, um die größten Ängste des Verurteilten darzustellen. Erst im späteren Verlauf des Films schwächelt das Ganze etwas, als die Umgebungen fantastischer werden und sich Schauspieler und Hintergründe etwas zu sehr voneinander abheben. Große Aussetzer gibt es allerdings nicht, was nach dem, eher wenig versprechenden Trailer  doch überraschend war. Trotzdem – weniger wäre hier mehr gewesen und hätte man sich am Ende nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt, wären dem Zuschauer diese Aussetzer erspart geblieben.

Survival Game spielt erfolgreich mit der Idee eines “Mafia” Spiels vor laufenden Kameras und zeigt zuweilen auch die Reaktionen des Publikums und eines machthungrigen Programmchefs, der nicht nur zufällig an Präsident Snow aus den Hungerspielen erinnert. Die Kandidaten werden durch kleine Videos eingeführt, einige sofort, andere erst später, wenn ihre Figuren eine wichtige Rolle einnehmen und “leider” oft auch im Anschluss sterben – das macht das Ganze etwas zu vorhersehbar. Die Einführungsvideos sind natürlich eine recht einfache Art, einen Charakter vorzustellen und dabei auf sämtliche Regeln von Show Don’t Tell zu verzichten. Dank des Fernsehformates passt es aber gerade noch gut genug und trägt auch zur makaberen Atmosphäre der Sendung bei – denn wer freiwillig an diesem Spiel teilnimmt, hat für gewöhnlich den Kürzeren im Leben gezogen.

In der Kugel erleben die Kandidaten ihren größten Albtraum.

Den Kandidaten dabei zuzusehen, wie sie sich gegenseitig aus dem Spiel werfen wollen ist durchaus unterhaltsam. Leider gilt zu oft die Regel: wer sich auffällig benimmt oder etwas Unangebrachtes sagt, wird als nächster geopfert. Viel zu oft entpuppen sich Charaktere plötzlich als die größten Bösewichte und werden als Konsequenz aus dem Spiel entfernt. Zu vorhersehbar und oft zu platt. Zum Ende hin verliert der Film leider komplett seine Richtung, baut ein paar schlechte Twists ein und verliert sämtliche Punkte, die er davor gesammelt hat. Auch die Todes-Simulationen, obwohl visuell abwechslungsreich, bieten nicht wirklich irgendwelche Überraschungen, da sie – wie könnte es anders sein – ausnahmslos mit dem Tod des Kandidaten enden.

Die größte Schwäche von Survival Game sind aber die Schauspieler. Bis auf einige wenige Ausnahmen sind die Schauspieler kaum fähig, realistische Emotionen auf den Bildschirm zu bringen und machen so manche tragische Szene unfreiwillig komisch. Während die einen keine echte Trauer darstellen können, wirken die Fieslinge wie Parodien oder Comic-Schurken. Schade um das verschwendete Potenzial.

Fazit: Survival Game beginnt mit einer guten Idee und endet in einem Desaster. Dennoch ist der Film durchaus sehenswert und bietet zum größten Teil überraschend schöne Bilder und spielt ein wenig mit der Idee einer tödlichen Fernsehshow. Leider scheitert es dann doch an den Schauspielern und das Drehbuch weist so einige Lücken auf. Solange ihr aber nicht zu viel erwartet und mal eine Idee sehen wollt, die noch nicht allzu oft umgesetzt wurde, werdet ihr für anderthalb Stunden einigermaßen gut unterhalten und bekommt dabei noch ein paar nette Ideen zu sehen. – 50%

von Tony M

Rubriken: Blog, Review

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