Review: HARDCORE Bluray Review + Audio-Special

4. September 2016
Review: HARDCORE Bluray Review + Audio-Special
HARDCORE (OT: Hardcore Henry), das brutale Actionspektakel aus der Ego-Perspektive, splattert nun auch auf DVD und Bluray. Wie sich der Film bei der zweiten Sichtung schlägt, welche Extras ihr erwarten könnt und wie gut die Umsetzung auf Bluray gelungen ist, verrate ich euch in meiner zweiten HARDCORE Review.
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Im März hatte ich, dank Capelight Pictures, das erste Mal die Gelegenheit, HARDCORE im Kino zu sehen, damals noch in englischer Sprache, und habe meine Eindrücke in Review: Hardcore (Hardcore Henry) – Action in Ego-Perspektive mit euch geteilt. Eine anschließende Besprechung gab es auch in Podcast Episode 57.

Nun, einige Monate später, bekam ich, mit der Unterstützung von Capelight, die mir ein nettes kleines Paket zusammenschnürten, erneut die Gelegenheit den Film zu sehen, dieses Mal auf Bluray und in deutscher Synchonisation.

Zusätzlich zu dieser Review, gibt es auch ein kleines Podcast-Special mit verschiedenen Meinungen zum Film. Zuerst hört ihr eine aktuelle Diskussion von Philipp und mir, dann einen früheren Ausschnitt aus Episode 57 und zu guter Letzt eine Diskussion mit Dominik über HARDCORE.

Was die optische Qualität des Films angeht hat sich nicht viel geändert. Effekte, die zuvor billig wirkten, wirken auch auf dem kleineren Bildschirm immer noch billig. Zu nennen wäre da das “Raumschiff” zu Anfang des Films und eine misslungene Explosion gegen Ende. Ansonsten schlägt sich der Film sehr gut, was bei der Art der Aufnahme sehr beachtlich ist. HARDCORE wurde, wie unter anderem auch in den Extras zu bestaunen ist, komplett mit GoPro Kameras aufgenommen, die oft für Extremsport-Aufnahmen und dergleichen verwendet werden. Für HARDCORE mussten vollkommen neue Wege gefunden werden, überzeugende Aufnahmen zu schaffen, beispielsweise die Anbringung der Kamera auf Mund-Höhe und Effekte waren schwerer zu implementieren als bei üblichen Kameraufnahmen mit Greenscreen etc.
Eine wichtige Tatsache, die in meiner ursprünglichen Review nicht zur Geltung kam, ist die Tatsache, dass HARDCORE zu 100% aus praktischen Stunts und zu einem großen Teil auch praktische Effekte verwendet. Für die Rolle von Henry, der selbst im Film (fast) nie zu sehen ist, wurden verschiedene Stuntmen mit unterschiedlichen Stärken verwendet.
Dass HARDCORE dank seiner Art der Produktion überaus beeindruckend ist, gibt dem Film zwar einige Pluspunkte, garantiert aber leider noch keinen guten Film.
Auch beim zweiten Anschauen, hatte ich große Probleme mit der kompletten ersten Hälfte des Films. Diese besteht zu einem großen Teil daraus, dass Protagonist Henry von Ort zu Ort läuft, in recht platt dargestellte Situationen verwickelt wird, weiter rennt, neue Menschen trifft oder tötet, weiter rennt und so weiter und so weiter. Das Ganze ist begleitet von vielen Schnitten und Musikuntermalung, die jedes Mal pausiert wird, wenn der Film (erfolglos) einen Lacher erzeugen will. Einen Pluspunkt gibt es für Sharlto Copley, der allgemein die größte Stärke des Films ist und über die gesamte Handlung in verschiedenen Rollen auftaucht, eine Tatsache, die ich beim ersten Anschauen viel zu spät kapierte. Für die erste Hälfte des Films ist er die einzige Konstante und begleitet Henry auf seinen Abenteuern bzw. gibt ihm die Motivation, von Ort zu Ort zu gehen.
Richtig stark wird der Film für mich erst in der zweiten Hälfte und diese mochte ich dieses Mal sogar noch ein ganzes Stück mehr. Sharlto Copley und seine Rolle(n) als Jimmy treten weiter in den Vordergrund und geben dem Film sogar eine gewisse emotionale Komponente. Das Geheimnis um Henry und seine Herkunft wird weiter aufgedeckt und der Film bewegt sich, zu meinem Wohlwollen, mehr in Richtung Science Fiction. Auch die Kampfszenen werden in der Mitte inspirierter: Motorrad-Auto-Verfolgungsjagden, Panzer, Pferde, Hubschrauber – endlich dreht der Film so richtig auf.
Schade, dass von diesen Tugenden nicht schon mehr zu Anfang des Films zu finden war.
Die Bluray kommt mit zwei unterschiedlichen Audiokommentaren daher, mit Fan Q&As mit Regisseur Ilja Naischuller und Sharlto Copley, mit Behind-the-Scenes Material, Trailern und einigem mehr.
Besonders sehenswert sind die Musikvideos von Ilja Naischuller und seiner Band “Biting Elbows”, die den Extras beigelegt wurden. Die Videos/Kurzfilme The Stampede und Bad Motherfucker dienten als Vorlage für den Film HARDCORE und sind nicht weniger beeindruckend als dieser selbst.
Fazit: HARDCORE ist noch immer ein Film, der einiges von seinem Potenzial verschwendet, besonders in seiner ersten Hälfte, der mir beim zweiten Anschauen aber schon um einiges besser gefiel, was vor allem Sharlto Copley und den stärkeren Actionszenen und Storymomenten in der zweiten Hälfte zu verdanken ist. Der Kauf der Bluray lohnt sich vor allem wegen der Extras, die einen spannenden Einblick in die Produktion eines Films geben, der so einzigartig produziert wurde. Alles in allem steigt HARDCORE um ein paar Punkte in meiner Wertung auf. – 70%

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von Tony M

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