Review: Punch Club: The Dark Fist (3DS)

12. Februar 2017
Review: Punch Club: The Dark Fist (3DS)

Punch Club von Lazy Bear Games ist zusammen mit seiner Erweiterung The Dark Fist auf dem 3DS angekommen und als Fans des Originals mussten wir natürlich sofort “zuschlagen”. Ob der Prügel-Simulator auch auf dem Handheld süchtig macht und was die Erweiterung zu bieten hat, erfahrt ihr im folgenden Testbericht.

Punch Club erschien vor einem Jahr erstmals auf Android, iOS und dem PC und offenbarte sich dort als wahre Suchtspirale. Unsere ursprünglichen Eindrücke zu Punch Club könnt ihr in Episode 55: Das Morgenmagazin nachhören. Nun, ein Jahr später, ist das Spiel, samt seiner Erweiterung The Dark Fist auf dem 3DS erschienen, einer Plattform die gerade zu prädestiniert für kleine Management-Spiele mit ansprechendem Pixel Art zu sein scheint. Tatsächlich wurde am Spielprinzip kaum etwas geändert. Was ursprünglich reine Touchscreen-Steuerung war, ist nun eine Mischung aus direkter Steuerung beim Bewegen des Charakters und Eingaben über den Touchscreen des unteren Bildschirms. Ansonsten ist alles beim Alten geblieben: Punch Club ist in seinem Kern die Lebenssimulation eines Boxers und Straßenkämpfers, der sich ganz nach oben arbeiten und den Tod seines Vaters rächen will. Ständig müsst ihr verschiedene Aspekte seines Lebens ausbalancieren: Schlaf, Essen, Vergnügen und natürlich GELD! Das Spiel stellt euch hier vor eine steile Schwierigkeitsstufe, denn nur selten erlaubt es euch zur Ruhe zu kommen, da die Bedürfnisse eures Charakters sich stetig abwechseln. Geht ihr Arbeiten um etwas Geld zu verdienen, ist euer Charakter kurz darauf hungrig und müde und sobald ihr genug Fleisch oder Pizza (perfekte Sportlernahrung eben) gekauft habt, ist euer Geldbeutel bereits wieder leer.
Habt ihr erst einmal genug Geld für die teuren Geräte gesammelt,
lohnt sich auch das Training in der heimischen Garage

Auch Training kostet Geld – zumindest bis ihr euch irgendwann die sauteuren Trainingsgeräte für zu Hause kaufen könnt – und auch die Effekte eures Workouts bauen stetig wieder ab. Besonders am Ende eines jeden Tages verliert ihr einen massiven Teil eures Fortschritts und müsst diesen am kommenden Tag wieder aufbauen. Das Spiel zwingt euch dazu, euch beim Training auf einzelne Aspekte zu konzentrieren und zu wählen, was für eine Art von Kämpfer ihr sein wollt. Legt ihr mehr Wert auf Stärke, Geschwindigkeit oder doch lieber Ausdauer? Versucht ihr alle Werte gleichzeitig zu steigern, werdet ihr nur langsam bis gar keinen Fortschritt machen. Das klingt zwar erstmal anstrengend und könnte euch in eurer ersten Spielstunde ein wenig frustrieren, doch sind diese Mechanismen und der dazugehörige Schwierigkeisgrad genau das, was Punch Club als spannende Simulation ausmachen. Das Balancing dieser verschiedenen Lebens- und Trainingsaspekte IST das eigentliche Spiel. Ihr müsst sparen, lernen, euch weiterentwickeln, einen Rhythmus entwickeln. Trainiert ihr direkt vor einem Wettkampf eure Werte nach oben, werdet ihr auch erfolgreich aus dem Kampf hervorgehen. Seid ihr noch weiter von eurem nächsten Kampf entfernt, wollt ihr euch vielleicht lieber aufs Geldverdienen und kleine Neben”quests” konzentrieren und euren Kühlschrank ordentlich füllen.

Im Spielverlauf eröffnen sich nach und nach neue Orte, die ihr
auf der Karte besuchen könnt.

Im Spielverlauf eröffnen sich euch ständig neue Möglichkeiten, neue Punkte auf der Karte und neue Kontaktpersonen, die euch beispielsweise speziellere Items (hust…Doping…hust) anbieten oder weniger legale Wege, zusätzlich Geld zu verdienen. Außerdem könnt ihr euren Charakter aufleveln und neue Fähigkeiten freischalten, so wie eine Mindesgrenze, unter die eure Attribute fortan nicht mehr fallen können. Eines der prägendsten Elemente von Punch Club ist sein Humor, denn jeder einzelne Raum, ja sogar jeder Dialog, ist gefüllt mit Anspielungen auf vergangene Jahrzehnte. Von Pulp Fiction Charakteren in Cafés. über Turtle-ähnliche Krokodile in Kanalisationen und natürlich jeder Menge Rocky-Humor ist alles dabei.

Auch für die Kämpfe in Punch Club haben sich die Entwickler das eine oder andere überlegt.  Die fehlende Interaktion könnte dem ein oder anderen missfallen, vor allem denen unter euch, die mit Simulationen üblicherweise nicht viel am Hut haben. Während der Schlagabtausch an sich automatisch abläuft, könnt ihr vor jedem Kampf, und zwischen den Runden (etwa alle halbe Minute) die Angriffe oder Abwehrbewegungen, die euer Kämpfer einsetzen soll, auswählen. Dafür stehen euch anfangs nur wenige Slots zur Verfügung, im Laufe des Spiels könnt ihr dann weitere freischalten.
Viel mehr Einfluss habt ihr allerdings nicht. Seid ihr erst einmal in einen Kampf verwickelt und habt den Eindruck, nicht genug vorbereitet zu sein, ist es meist auch schon zu spät. Dann könnt ihr nur noch zuschauen und hoffen, dass euer Kämpfer letztendlich doch noch irgendwie die Oberhand gewinnt. Dabei helfen kann auch die Ausdauerleiste. Ist diese erstmal auf 0 gesunken, baut sie sich nur langsam wieder auf und ihr betretet die spannendste Phase eines jeden Kampfes, in der ihr zitternd darauf hofft, dass euer Kämpfer als erstes bereit ist, den nächsten Schlag auszuführen. Es hätte nicht geschadet, hätte der Spieler mehr Möglichkeiten gehabt, zwischen den Runden mit einem neuen Plan das Blatt zu wenden. Stattdessen bin ich nach einer Weile nur noch mit den gleichen Kombinationen aus Angriffen in die Kämpfe gegangen und habe dafür gesorgt, dass mein Kämpfer im Voraus ordentlich Kraft getankt hatte.
Zuletzt noch zur Dark First Erweiterung: Diese fügt sich nahtlos in das Hauptspiel ein. Euer Charakter findet einen geheimnisvollen Koffer, der euch von Zeit zu Zeit an die Tatorte von Verbrechen führen kann. So werdet ihr zum Helden Dark Fist! Ihr wollt mehr davon sehen? Probiert es aus, denn Punch Club ist definitiv einen Blick wert und wird euch so schnell nicht mehr aus seinem Bann lassen.
Fazit: Punch Club hat auch auf dem 3DS nichts von einer Faszination verloren. Startet ihr das Spiel erst einmal, könnt ihr euch sicher sein, dass es euch so schnell nicht mehr loslässt. Was als Abwärtsspirale der Frustration beginnt, wird schnell zu einer Aufwärtssuchtspirale, sobald sich die Erfolge häufen und immer neue Aspekte des Spiels eröffnet werden. Ihr müsst kein Sportfan sein, um Punch Club zu lieben und auf dem 3DS ist der charmante Pixellook bestens aufgehoben. Die erste Regel im Punch Club? Spielt Punch Club! – 90%
 
Vielen Dank an tinybuild games, die uns einen Review Code für Punch Club zur Verfügung gestellt haben.
Die Bilder in diesem Artikel stammen von der offiziellen Punchclub Website des Entwicklers Lazy Bear Games: lazybeargames.com/punchclub/

von Tony M

Rubriken: Blog, Review

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*