Review: Surf World Series (PS4)

18. September 2017
Review: Surf World Series (PS4)

Sommer vorbei? Egal. Wer trotzdem Lust auf Sonne und Meer hat, der kann mit “Surf World Series” einen kurzen Ausflug ins Wasser wagen und sich auf einem Surfbrett in Turnieren schlagen.

Originaltitel: Surf World Series
Produktionsjahr: 2016
Entwickler: Climax Studios
Publisher: Vision Games Publishing
Veröffentlichung: 29.08.2017

Climax Studios haben eine interessante Entwicklung hinter sich. Nach Konsolen-Ports für Spiele wie “Warcraft II”, “Diablo” und “Theme Park”, machte sich das Studio 2004 mit “Sudeki” einen Namen. Das Action-RPG verband westliche und japanische Touches und schuf damit ein interessantes RPG-Erlebnis, das von vielen gelobt wurde.

Zwei Jahre später nahm die Karriere des Teams eine weitere Wendung. Denn Climax Studios waren es, die mit “Silent Hill: Origins” im Auftrag von Konami erstmals die Entwicklung des Horrorfranchises in den Westen brachten. Das Spiel erschien zuerst ausschließlich auf der PSP, später auch auf der PS2 und würde später den endgültigen Wechsel der Reihe in den Westen markieren. Ebenfalls spannend wurde es 2009, als sie mit “Silent Hill: Shattered Memories” eine Neuinterpretation des ersten Teils und ein interessantes Experiment im Videospiel-Storytelling folgen ließen.
Danach verschwand Climax Studios allerdings aus dem breiten Bewusstsein. Zuletzt waren sie vermehrt für die Entwicklung verschiedenster VR-Spiele verantwortlich.

Mit “Surf World Series” ging das Studios ein weiteres, eher kleines Projekt an. Der Maßstab des Spiels ist durchaus überschaubar. Ihr könnt trainieren, in einigen Ligen mitspielen und eure Fähigkeiten auf dem Brett verbessern. Für ein kleineres Spiel ist die Wasserphysik und generelle Grafik recht hübsch anzusehen. Die Musik ist meist entspannt, aber auch sportlich und begleitet den Gang der Wellen.

In einem Tutorial lernt ihr die Grundlagen des Surfens, Stück für Stück. Das Spiel führt euch langsam in eure Bewegungen ein. Anfangs liegt ihr einfach auf eurem Brett, rudert dann mit Gedrückthalten der richtigen Taste langsam los, geht mit dem Strom und steigt dann auf euer Surfbrett. Anschließend könnt ihr euch auf der Welle hin und her bewegen, müsst aber versuchen, sie nicht zu verlassen und nicht in den Tunnel (aus Wasser) zu geraten. Jedenfalls nicht, bis ihr auch das gelernt habt.

Die ersten Bewegungen sind schnell gelernt. Ihr findet heraus, wie ihr euch auf der Welle halten könnt, anschließend lernt ihr Sprünge. Während der Sprünge könnt ihr eine Bewegung wählen und anschließend die richtige Taste für eine perfekte Landung wählen. Für finale Moves können auch im Voraus die Tastenkombinationen gewählt werden – anschließend müsst ihr schnell den Sprung starten. Auch das Halten auf der Welle ist anfangs nicht leicht, da ihr auf eure Balance achten müsst. Geht auch nur eine Kleinigkeit schief, fallt ihr ins Wasser und der ganze Prozess beginnt von vorne.

Per Tastenkombination können Moves bereits vorbereitet werden. Die vier Felder werden dabei nach und nach freigeschaltet. Bild: © ICO Media)

Gerade in den schwereren Tutorials kann das schon schnell mal frustrieren. Ein kleiner Fehler und ihr müsst erst wieder langsam auf euer Brett zurück steigen. Da ist wirklich Geduld gefragt. Auch die Beschreibungen sind nicht immer ganz eindeutig. Kleine Vorführvideos oder Animationen hätten vielleicht geholfen. Verbunden mit dem langsamen Neueinstieg bei jedem Fehler, ist man vielleicht schon versucht, beim Tutorial aufzuhören. Ganz so schlimm ist es dann aber doch nicht und sind alle Tricks erst einmal gelernt, kann es direkt in die richtigen Turniere gehen.

Das Reiten und Tricksen auf den Wellen macht Spaß. Wirklich ungezwungen fühlt es sich aber nicht an. Es erfordert Konzentration und schnelle Reaktion. Womöglich hat man den Bogen nach vielen Stunden raus und kann tatsächlich wie ein Profi dahin gleiten. Aber bis dahin ist es ein langer Weg. Ein intuitiveres Surf-Gefühl hätte dem Spiel sicher weiter geholfen. Auch gibt es nicht viel Anreiz dafür, weiteren Fortschritt im Spiel zu machen. Das Spielprinzip nutzt sich leider recht schnell ab. Immerhin, ihr könnt neue Stufen erreichen, Surfer und Brett an einigen Stellen anpassen und eure Fähigkeiten online gegen andere Spieler auf die Probe stellen. Seid ihr also erstmal richtig drin in der Welt des Surfens, lassen euch die Wellen vielleicht nicht mehr so schnell los. Ein besonderes Lob geht übrigens an den Endlosmodus, in dem ihr einfach ungezwungen zu schöner Musik surfen könnt.

 

Fazit: Wer in einer Welt nach Tony Hawks und Co mal wieder auf ein Brett steigen will und die Räder gerne gegen Wasser tauscht, der bekommt mit “Surf World Series” wenigstens entspannten Spaß für nebenbei. Bis das Surfen wirklich flüssig läuft, braucht es einiges an Übung, mit Konzentration können aber bereits nach ein paar Tutorialübungen viele Punkte herausgeholt werden. Nach ein paar Tricks ist die Luft dann aber schnell wieder raus und die Motivation zum Weitermachen hält sich in Grenzen. Haben euch die Wellen dann allerdings doch erstmal gepackt, lassen sie euch auch nicht mehr so schnell los. – 55%

Vielen Dank an ICO Partners, die uns einen Review Code für Surf World Series zur Verfügung gestellt haben.

 

Bildquelle: Surf World Series © ICO Media

von Tony M

Rubriken: Blog, Review

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