Review: Baphomet’s Fluch – Der Sündenfall (Episode 1)

28. Dezember 2013
Review: Baphomet’s Fluch – Der Sündenfall (Episode 1)

Mit “Der Sündenfall” bekommt die langjährige Adventure-Reihe “Baphomet’s Fluch” nun einen neuen, aus Kickstarter hervorgegangenen, Ableger. Die erste von zwei Episoden wurde nun veröffentlicht und Philipp verrät euch seine ersten Eindrücke.

Wenn ihr mich schon etwas länger von den Podcasts oder von Twitter kennt, werdet ihr wissen, dass ich ein großer Fan von Point & Click Adventures bin. Egal ob im Comic Stil oder eher realistisch gehalten, egal ob eher spannend und düster oder eher lustig.
Die Punkte spannend und lustig wurden 1996 im Spiel Baphomets Fluch (Broken Sword) gekonnt miteinander verknüpft und so ging es auch in Teil 2 weiter, der mir mit dem Abenteuer Feeling fast noch besser gefallen hat. Die beiden Nachfolger der Fortsetzung schreckten mich jedoch mit ihrer animierten 3D Grafik ab, weshalb ich sie bis heute nicht gespielt habe. Ihr könnt euch denken, dass die Freude groß war als ein fünfter Teil, nun wieder mit 2D Grafik, angekündigt wurde und eben diesen habe ich vor kurzem getestet.
Baphomets Fluch 5 – Der Sündenfall erscheint in 2 Episoden. Die erste ist mit ca. 15 Stunden recht lang, die zweite wird erst 2014 erscheinen. Kommen wir erstmal zur Story: Die beiden Protagonisten George und Nico werden Zeuge eines Überfalls auf eine Galerie, bei dem nicht nur ein geheimnisvolles Gemälde entwendet wird, sondern auch der Besitzer Henri stirbt und damit finden sich die beiden mitten in einem neuen und sehr gefährlichen Abenteuer wieder…
Wie schon erwähnt ist der fünfte Teil wieder in 2D. Allerdings sind die Personen animiert, manchmal mehr manchmal weniger schön und immer im Comic Stil. Die Hintergründe sind gezeichnet und erinnern, im positiven Sinne, an ältere Point & Click Adventures. Eigentlich lässt sich das über den größten Teil des Spiels sagen.
Das Gameplay ist, nicht wie in Teil 3, nein man braucht eigentlich nur die Maus. Klassisch eben. Wie gewohnt ist die Vertonung gelungen, auch wenn sie mit den deutlich übertriebenen Dialekten klar zum Comedy-Part des Spiels gehört, was aber nicht stört, da die Dialoge in den meisten Fällen sehr gut und sehr witzig sind. Das ganze erinnert ein wenig an alte Hörspiele und passt gut zu dem Look und dem Feeling. Das einzige, was mich am Sound störte, war die hin und wieder zu laute Musik, welche die Dialoge manchmal übertönte.
Der Schwierigkeitsgrad war in Ordnung, teilweise sind Rätsel schwerer, teilweise eben nicht. Damit selbst bei den etwas anspruchsvolleren Aufgaben keine Problem aufkommen, gibt es oben am Bildschirm ein Fragezeichen, welches, nachdem es angeklickt wurde, Tipps preis gibt. Diese Funktion sollte man nicht zu oft verwenden, da sie manchmal nicht nur Hinweise gibt, sondern gleich die Lösung verrät. Aus diesem Grund empfehle ich es, erst nach ausgiebigem Rätseln nachzugucken. Manchmal sind Gegenstände leider nicht wirklich gut erkennbar und eine “Anzeigefunktion”, gibt es nicht. Trotzdem ist Baphomets Fluch 5 größtenteils fair und lösbar. Fans von Minispielen können sich auf kleine Aufgaben, wie Schalterrätsel freuen. Manche mögen das nervig finden, für mich waren diese Momente jedoch eine gelungene Abwechslungen. Aufgesetzt wirkt das ganze auch nicht, im Gegensatz zu vielen anderen Spielen.
Die Story selbst hatte einige Längen, unterhielt aber trotzdem gut und überspielte die langweiligen Momente mit wirklichen Höhepunkten.
Wer also Lust auf ein Wiedersehen mit George und Nico hat, sollte zuschlagen. Das gilt auch für Spieler, die die ersten Teile nicht kennen. Auch diese können Spaß mit dem Adventure haben, während ihnen nur ein paar Anspielungen entgehen.
Ach eins noch: wie man das Wort Aladdin schreibt sollte man allerdings wissen…

von playpointless

Rubriken: Blog, Review

Kommentare

  • René sagt:

    Eigentlich mag ich Adventure, weil sie eine ganz andere Erzählweise, Konflikte und Tempo haben als Actionspiele, aber ich mag diese Point-and-Click-Mechanik nicht. Das letzte was ich in der Richtung gespielt habe war The Whispered World und The Longest Journey. Am Anfang fand ich die toll, zum Ende war es schon eine Qual. Vielleicht bereden wir das Thema nochmal in einem Podcast.

  • Tony M. sagt:

    Gute Idee. Der Grund, warum ich gerade auf die von dir erwähnten Adventures gar keine Lust hätte, auf Baphomet's Fluch aber schon, ist das Setting. Ich finde die Mechaniken eines Point&Click Adventures sehr befriedigend, wenn ich eigenständig A und B kombinieren kann, weil ich es schon aus meiner eigenen Welt kenne. Das Finden von Gegenständen, Lösen von Rätseln und viel Backtracking gehören natürlich auch dazu. Ich mag es einfach, eine Umgebung nach und nach aufzudecken. Nicht nur in Point and Click Adventures sondern z.B. auch den älteren Survival Horror Spielen (Resident Evil, Alone in the Dark usw.)
    Um Adventures in Sci-Fi oder Fantasy Settings mache ich meistens einen großen Bogen, weil sie mir einfach viel zu abstrakt sind und damit auch die Rätsel. Hat man in meinen Dreamfall Videos vermutlich auch gesehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*